Indien 19

6.4.19 

Wir fliegen nach Indien. Von München nach Mumbai mit der Lufthansa. Ein wunderbarer Flug, keine Zwischenlandung und nur 8 Stunden unterwegs. Wir fliegen tagsüber, so kann mach lesen, Filme schauen und alles mögliche im Flieger. Es gibt jede Menge zu essen und lauter nette Stewardessen. 

In Mumbai mit dem Prepayed Taxi zum Hostel. Läuft auch bestens, für 4 Euro oder 300 Rupies kommen wir im Hostel an. Es ist Nacht und nicht einmal der Taxifahrer findet das Hostel. Erst auf Nachfrage lässt sich das Hostel erkennen. Versteckt, wie so oft in Indien. Im ersten Stock, darunter ist eine Bauruine oder so was ähnliches. Aber alles passt, es hat gute Air Condition und ist sauber. Die Leute nett. Leider etwas teuer 36.- für diese Lage und so. 

7.4.

Wieder zum nächsten Flughafen, diesmal Innland. Nach Goa gehts. Auch alles perfekt. Im Flughafen gibts sogar richtigen Filterkaffee. Pünktlich kommen wir in einer Stunde in Goa an. Dann mit dem Taxi für 25 Euro knapp  zwei Stunden in den Süden von Goa, nach Palolem. Hier haben wir schon über Booking.com ein Hüttchen gemietet. 11 Euro die Nacht für eine kleine Luxushütte und hauseigenem günstigen Restaurant. Hängematte hat auch Platz und Essen und trinken ist günstig. Sogar Bier gibt es, gutes Bier. 

Nachdem wir auch noch ein wenig Strandfeeling  mit Hütte habe wollen, wechseln wir die Hütte und ziehen an den Strand. Dort zahlen wir 20 Euro die Nacht. Aber wir genießen alles, auch den allabendlichen Fisch, den wir uns am Stand, mit Blick aufs Meer gönnen. 




Goa.



Nach 5 Tagen Goa gehts nach Delhi. Wir haben mittlerweile unsere Reisepläne geändert. Da es in Udaipur und Jaisalmer, wo wir unsere Motorradtour machen wollten,  42 Grad hat, zieht es uns in den Himalaya. 

Erst mal Delhi. 

2 Tage und ich bin erschlagen. Laut, stinkend, arm und reicht gleichzeitig, pfuideifi! Allerdings ist Essen und Trinken ok und wir können sogar einen Siktempel schauen und den Zug nach Hairidwar, der zweit wichtigsten Hindustadt, buchen. So hat Thea, die es liebt in Indien Zug zu fahren, auch ihr Lieblingsgefährt bekommen. Das Buchen des Zuges ist allerdings eine Klasse für sich: Spezialschalter mit Nummer ziehen, Formular ausfüllen, warten, Reisepass vorzeigen, bar zahlen, Fahrkarte erhalten.




Zugfahrt nach Haridwar

Erst mal Gleis suchen. Ganz weit hinten. Angebettelt werden. Los gehts, pünktlich. Wir haben natürlich Plätze reserviert, ist sowieso Pflicht, geht gar nicht anders. Klimaanlage läuft gut, saukalt. Es gibt Essen und Trinken am laufenden Band. Nach 5 Stunden sind wir da. Eine entspannte Fahrt.

Haridwar. Hinduzeremonie

Nach Rishikesh mit dem Bus. 

Am nächsten Tag finden wir sofort den Busbahnhof, haben gleich einen Bus und fahren in einer Stunde nach Rishikesh. Die dritt wichtigste Stadt der Hindus. Viel ruhiger als Haridwar, nicht ganz so heilig, aber nur vegetarisch und nahezu alkoholfrei. Hostel ist gut, aber lauter junge Europäer. Wir brauchen etwas Ruhe und ziehen nach zwei Tagen für zwei Tage ins Rishikesh Valley. Mieten uns einen Roller für 800 Rupies, das sind ca. 10 Euro, so sind wir auch flexibel. Allerdings ist die Staße ins Rishikesh Valley grauenvoll. Mehr Fußweg und dann auch noch steil bergauf. Nachts kein Vergnügen zu fahren. Aber wir erholen uns in der Ruhe, wenngleich der Preis für die Hütte mit 30 Euro am Tag, leicht überzogen ist. Trotz Yoga und Meditation. Die erste Nacht fahren wir noch in die Stadt, ich möchte schauen, wo es ein Bier gibt. Wir suchen gemäß der Beschreibung, die uns heimlich ein Einheimischer gab und werden fündig. Es ist unbeschreiblich. Eine riesengroße Traube von Männern, die um die einzige Bierbude in der Umgebung steht und fast schon schlägert um Alkohol zu bekommen. Ein Gedränge und Gezerre, unvorstellbar.  


Rishikesh Valley
Rishikesh Valley
Im Himalaya. Von Rishikesh nach Pauri
Im Himalaya. Von Rishikesh nach Pauri

Himalaya 1. Teil

18.4. Himalaya Motorradtour

Heute geht's los. Wir mieten bei  Mountain Fox Adventure  eine Royal Enfield Bulet 350 für 10 Tage und zahlen 125 Euro. Guter Preis, wenn auch das Motorrad untermotorisiert, mit 16 PS. Aber es läuft und wir fahren los. Unsere Strecke habe ich im Anhang gepostet.

Es geht erst mal der Nase nach. Großes Ziel in 3 Tagen soll der Corbett Nationalpark sein, in dem wir hoffen einen Tiger zu sehen. Nach 120 km traumhafter (mit Ausnahme der ersten 50km, nur Baustellen) Strecke, landen wir in Pauri. Auf und ab, teils sogar ganz gute Straßen, wenig Verkehr, bis auf die Hauptstraßen. Durch Wälder und ein herrlicher Ausblick auf den hohen Himalaya. In Pauri finden wir ein Hotel, in dem wir die einzigen Ausländer sind. Qualitativ minderwertig, aber wir haben nicht mehr erwartet. Das Essen ist gut, es gibt sogar Chicken für mich und vor der Stadt war die Bierbude, in der ich nicht anstellen musste. Der abendliche Stadtbummel ist interessant und wir finden sogar einen jungen Mann in einem Handyladen, der uns unsere indische Simkarte zum Laufen bringt. Jetzt sind wir indisch im Internet und können telefonieren und im indischen Verkehr kann ich Motorrad fahren. Alles perfekt. Ein kleiner Tauchsieder, den wir erstehen beschert uns am nächsten Tag sogar richtigen Pulverkaffee, wenn auch auf Satz. Thea macht den sehr gut. 

Weiter geht es am nächsten Tag nach einem Frühstücksomlett, das wir fast jeden Tag essen. Verhindert Durchfall. Die gleichen Straßen wie schon Tags zuvor, auf und ab und viele Kurven und der Teer auf den Straßen ist halbwegs befahrbar. Man kommt mit durchschnittlich 2km/h vom Fleck, aber dafür ist die Landschaft wunderschön. Am beeindruckendsten ist ein Rododendron - Eichen - Nationalpark in dem wir an einem Straßenstand halten und erfahren, dass die Leute hier nicht Hindi, sonder Garwadi sprechen und viele kein Englsch können. Wir wollen nochmal im Gebirge nächtigen und fahren daher in die nächste größere Stadt nach Talishain. Dort soll es Hotels und Benzin geben. Angekommen finden wir erst mal nichts, fragen, finden Männer, die uns helfen und lernen so Anand kennen. Ein Lehrer, der uns bittet bei ihm zu übernachten. Das tun wir dann auch und genießen seine Gastfreundschaft und natürlich auch die seiner Familien, auch wenn man von seiner Frau wenig sieht. Die spricht allerdings auch nur Hindi und Garwadi


20.4.2019 Thalisain im südlichen Himalaya. 

Wir fahren früh los, da Anan schon um 7 Uhr zur Schule muss. Er will sich noch von uns 

verabschieden. Es gibt noch Kaffee und Tee und Kekse. Wir sagen auf Wiedersehen und 

die ganze Siedlung um sein Haus herum wünscht uns eine gute Reise. Thea trifft noch eine 

andere Lehrerin während ich das Motorrad, das wir übrigens Ganescha getauft haben, 

fahrbereit mache. Die Lehrerin zeigt sich interessiert für unsere Reise und unser Ansinnen in 

Indien mehr Verständnis für den Umweltschutz zu erzeugen. Die Lehrerin möchte, dass wir 

noch bleiben und diesmal bei ihr übernachten.  

Leider passieren wir wieder, wie immer am Rand der Dörfer, die örtlichen Müllhaufen. 

Offensichtlich gibt es keine funktionierende Müllabfuhr, so dass die Dorfbewohner ihren Müll 

vor das Dorf abladen. Schade, eine so schöne Landschaft.  

Die Tour geht dann aber durch herrliche Schluchten und Täler, bergauf, bergab. Ich 

meistere alle Kurven und habe mir auch schon den indischen Fahrstil angewöhnt, vor jeder 

Kurve zu hupen. Wir genießen in vollen Zügen. Alle Menschen sind freundlich und wenn wir 

mal wo stehen und schauen, fragen die Leute gleich, ob sie uns was helfen können.  

Unsere indische Simkarte funktioniert gut, wir haben gutes Netz, so dass sich sogar meinen 

Enkel Emil per Whatsapp anrufen kann. Alle 2 Stunden gönnen wir uns eine Ruhepause mit 

Obst und Haferflocken und Yogurt (hier Dahi genannt). Zum späten Frühstück so gegen 10 

Uhr gibtˋs, wenn wir ein Dorf finden, ein Omlett und Kaffee bzw. Tee. Das Müsli gibts 

Nachmittags in der freien Natur und danach unter einem Baum ein Schläfchen.  

Gegen 16 Uhr suchen wir eine Unterkunft, bevor wir nach Ramnagar kommen. Leider 

werden wir nicht fündig und landen mitten im Corbett Nationalpark unter all den anderen 

Touristen. Es ist Samstag und alle Inder sind unterwegs. Es ist keine Unterkunft zu finden. 

Schön dass wir mit unserer indischen Simkarte auf der Booking.com App nach einer Bleibe 

suchen können. Wir werden auf fündig, leider wieder 20km zurück und etwas teuer. 30 Euro 

ist eigentlich über unserem Buget. Aber sonst finden wir nichts. Noch dazu ist das Resort 

nicht übermäßig sauber und wenig ansprechend. Aber es ist bereits 19 Uhr und dunkel und 

die Leute sagen, dass um diese Zeit auch schon mal Tiger gesichtet wurden, die die Straße 

überquerten. Der Wirt ist aber nett und weiß viel. Spricht gut englisch, zumindest die 

indische Variante, also bleiben wir diese Nacht. Zum Abendessen müssen wir zurück ins 

Dorf, wieder 6 km fahren. So bringe ich diesen Tag 160 km in 10 Stunden zusammen. Das 

ist im Himalaya mit seinen vielen Kurven und Höhenmetern schon viel. Wir essen Momos für 

170 Rupies, also 2,50 Euro und sind zufrieden.  

Im Corbett Park.

22.4.19

Wir bleiben 2 Tage im Corbett Nationalpark. Thea hat bereits mit einem Guide eine “Safari” für 3 bis 4 Stunden gebucht. Die beginnt um 15 Uhr. Also ziehen wir vorher um ins “Sunrise Resort” ungefähr 10 km östlich von Ramnagar, der Hauptstadt des Parks. Vorher holen wir noch Geld in Ramnagar und ich staune, wie gut ich mit “Ganescha” durch die große Stadt fahren kann. Wir sind bereits Freunde geworden. Auch der hektische indische Verkehr ist mir bereits vertraut. Geldautomat ist gleich gefunden, man kann immer 10000 Rupies abheben, das sind 130 Euro. Danach Obst kaufen und Yogurt (gibts hier offen) und ab gehtˋs ins “Sunrise Resort”. Wir finden es auch bald. Abgelegen, aber! Tatatata!! Mit einem funktionierenden, sauberen Swimmingpool, in den wir uns gleich hineinstürzen bei der Hitze. Traumhaft! Personal super, Restaurant ok. Die bringen uns das Essen aufˋs Zimmer, was wollen wir mehr. Der Preis mit 20 Euro pro Nacht ist auch gut. Im Vergleich zu unserer letzten Indienreise sind die Preise gestiegen, das liegt wohl daran, haben wir gehört, dass die Steuern erhöht wurden. Aber kein Problem. Wir erholen uns gut und freuen uns auf den Tiger.

Vormittags verbringen wir mit Lesen und schwimmen und faulenzen und um 13 Uhr fahren wir zum Safari Guide. Steigen um in den Jeep und fahren in den Park. Man fährt dann mit dem Jeep 3 Stunden durch den Park und sucht nach Tieren. Aus dem Jeep aussteigen geht aus Sicherheitsgründen nicht. Es ist nicht langweilig und wir sehen auch Tiere. Adler, Reh, Affen, kleinere Vögel, leider aber weder Tiger, noch Elefant. Auf der Rückfahrt, schon raus aus dem Park sehen wir größere Rehe, die ängstlich am Straßenrand stehen. Es ist Nacht und der Guide meint, der Tiger ist am Fluß um zu trinken, daher fürchten sich die Rehe. 

Das warˋs mit der Safari. Interessant, aber ohne Großwild. Kann man nichts machen. Das Ganze kostet 70 Euro für 2 Personen. 

Auf der Fahrt zum Resort kaufen wir noch Bier im einzigen Biershop der Stadt. Jede Stadt hat nur einen Biershop. Wir genießen den Abend bei Halli Galli, da eine Hochzeit im Sunrise Resort stattfindet und bis 23 Uhr laute Musik gespielt wird. Stört ein wenig, aber macht nichts.   


Nach Nainital

    und Almora.


24./25.4.2019


Wie immer verlassen wir unsere Unterkunft gegen 10 Uhr. Nicht gerade klug bei der Hitze, aber wir sind da nicht so fit im früh los fahren. Heutiges Ziel ist Nainital, wieder im Himalaya. Es sind nur 60 km, aber dafür 1500 Höhenmeter. Die lassen sich aber schön fahren und wir genießen die Fahrt und freuen uns wieder auf kältere Temperaturen. Thea hat bereits eine Behausung gebucht und so sind wir Nachmittags um 14 Uhr schon in Nainital am Nainitalsee. Der See ist, so der Hindusage zufolge, das Auge von Parvatai, einer Frau von Schiva. Na ja, solche Sagen gibtˋs bei uns im Bayerischen Wald ja auch. Da heißen die “Parvatis” halt “Deife” oder was auch immer.


Die Unterkunft finden ist nicht sehr leicht, da sie weit über das Stadt ist und der Weg für Ganescha mit seinen 16 PS zu zweit auf dem Motorrad, inclusive Gepäck, fast nicht zu schaffen ist. Wir schaffen es, nachdem Thea absteigt und ein paar Meter geht. Angekommen, teilt man uns mit, dass das Hotel nur an Inder vermietet wird. Wieso steht da nichts in der Booking App?


Wir sind verärgert und das sage ich dem Vermieter, der nur telefonisch über seine Angestellten erreichbar ist, auch. Er bucht uns ein anderes Hotel und wir stellen fest, das sit 14 km weit entfernt. Wir nehmen die Sache selbst in die Hand und werden fündig. 20 Euro, im Ort aber nicht gerade sehr sauber. Blick über den See. Ich kenne das von Bayern anders. Der Ort selber, bei Indern sehr beliebt, wie am Touristenrummel zu sehen ist, gefällt uns nicht sehr. Der See ist verschmutzt von all den Plastikabfällen, die Touristen so in ihn hinein werfen. Wir sind wohl dien einzigen Ausländer, da wir niemand sehen. Wir essen aber gut und gehen um den See herum. Nainital liegt auf einer Höhe von 2000m, das merkt man Abends an der Temperatur, die wir aber nach der großen Hitze im Tal, genießen.


Nächsten Tag geht es weiter nach Almora, vielmehr nach Kasardevi, 7 km aufwärts. Die Fahrt ist wieder wunderschön, etwas heiß, aber die vielen Kurven genieße ich mittlerweile. Nach 4 Stunden erreichen wir    Almora, wo wir uns etwas umsehen aber gleich nach Kasardevi weiter fahren. In Kasardevi gibt es einige Touristen, dort wird viel Yoga gemacht, es gibt einen sehenswerten Hindutempel und der alte    Vivekanander,  ein in Indien sehr beliebter Swami (heiliger Prediger) hat da auch schon gepredigt. In den 70er und 60er Jahren waren da wohl auch viel Hippies unterwegs. Auch ein Buddistenkloster ist zu sehen. Wir finden schnell eine Unterkunft für 17 Euro, allerdings wieder dreckig. Der Bettüberzug nicht zu gebrauchen. Zum Glück haben wir unseren Seidenhüttenschlafsack immer dabei. Das Essen ist aber gut und billig.


Tipps:

Almora

1. In Almora unbedingt in die Fußgängerzone gehen. Wird Lala Basaz genannt. Dort ins Kaffee "Bansalˋs Restaurant" gehen. Guter Kaffee, nette Athmosphäre, es gibt auch günstige Zimmer.

2. Tempel "Nanda Devi" besichtigen. Alter, sehr schöner Tempel. 

Kasar Devi

1. Tempel "

2. Buddistisches Kloster (sehr klein).

3. Unterkunft "Sunyside Cafe" (besser, billiger und sauberer als unsere war). Liegt direkt neben dem großen Dolmar Hotel.  Da gibt´s aber nur zwei Zimmer, daher vorher anrufen. 0091/7248203499



25.4.19 

Almora nach Kausani

Wir verlassen Kasar Devi. Die Unterkunft war "unter aller Sau" für diesen Preis. Selber Schuld, wir hätten ja noch Zeit gehabt, eine andere zu finden. Nach dem Frühstück gehtˋs noch kurz zum örtlichen Budda Kloster, dann nach Almora. Wir finden dort die im Lonley Planet beschriebene "Fußgängerzone", die auch tatsächlich eine Fußgängerzone ist. Gefällt uns, ist weiter zu empfehlen. Auch ein gutes Kaffee befindet sich dort, in dem hätten wir sogar übernachten können, zu einem guten Preis. Leider müssen wir nochmal nach Kasar Devi, wir haben die Pässe vergessen. Macht nichts, sind nur 6km, 20 Minuten. 

Nun aber geht es erst bergab und dann durch ein wunderschönes Tal mit einem Flüsschen und kleinen, netten Dörfern, den üblichen Terassenfeldern auf denen Reis oder Getreide angebaut wird. Wenig Verkehr und lange Zeit auf ebener, teils geteerter Straße, durch das Tal. Wir suchen uns nach 2 Stunden, nachdem wir vorher unser Yogurt und Obst gekauft haben, einen Platz auf einer Wiese unter Bäumen und essen unser Müsli und schlafen ein wenig. 

Nach Kausani geht die Straße bergauf und wir werden, übrigens zum ersten mal auf unserer Reise, von einem "Hotelhunter" abgefangen, der uns zu einem guten Hotel mit annehmbarem Preis - Leistungsverhältnis, führt. Ein Zimmer mit Blick zu den Bergen, kostet 18 Euro, es ist sauber und wir bleiben. Das Restaurant gegenüber gehört zu Hotel und hat sogar guten Filterkaffee, den sie hier italienischen Kaffee nennen. Schmeckt wunderbar und tut gut. Wir sind zeitig dran und können so noch zu dem nahen gehen, an dem Gandhi seinen Hungerprotest anlässlich der Kämpfe zwischen Moslem und Hindu, auf einen Durststreik ausweitete. Auch ein kleines Gandhi Museum gibt es und wir schaffen es noch vor dem Gewitter, wieder ins Hotel zurück zu gehen. Es gibt gutes Abendessen, veg. und nonveg., dazu Zitronenwasser, wie jeden Tag. Der Preis liegt, wie meistens bei 8 Euro für alles zusammen.    


26.4.19 

Kausani nach Karn Prayak

Eine lange Tour steht uns bevor. Es sollen 120km werden. Von Kausani geht es zunächst bergab, durch Wald und ich muss aufpassen auf den Piniennadeln, die zu Hauf auf der Straße liegen, nicht auszurutschen. Aber gemütlich um die Kurve und alles passt gut. Mittler Weile habe ich mich an den indischen Verkehr gut gewöhnt und komme mit dem Gehupe und Kurvenschneiden gut zurecht. Fahre halt langsamer, als der durchschnittliche indische Verkehrsteilnehmer. Stört uns aber beide nicht. Nach 10 km gibts einen alten Tempel, den Thea unbedingt sehen möchte. Er ist 1400 Jahre alt und nicht ganz einfach zu finden. Wir sind nicht die einzigen Besucher, aber wie meistens, die einzigen “Westtouristen” und werden natürlich von den indischen Touristen angesprochen nach dem woher, wohin, wie lange schon…. . Nebenbei interessiert uns natürlich der Hinduismus, wie alt und so. Richtig begreifen werden ihn ohnehin nie. Selbst Wikipedia hilft uns nicht wirklich weiter, nur wie alt die Religion ist und dass es halt viele Götter gibt und …., den Rest könnt ihr ja selber nachlesen. 

Nachdem sich der Weg so gemütlich dahinschlängelt mündet er dann doch in eine größere Straße, die zum Teil richtig super und breit ausgebaut ist, dann aber extreme Baustellen hat. So kommen wir nur sehr langsam voran, da die Baustellen nur Schrittverkehr zulassen und Thea jedesmal froh ist, wenn ich über den Schotter und teilweise sogar äußerst steinigen Weg balanziere. 

Nach 7 Stunden kommen wir in Karn Prayak an. Eine Stadt in der zwei Flüsse zusammenfließen. Reges Treiben und natürlich, wie jede indische Stadt laut ohne Ende. Wir sind nun von 2000m auf 500m heruntergefahren, mir tun die Handgelenke vom Bremsen weh und der linke Fußraster ist auch abgebrochen. Den können wir allerdings anschweißen lassen für 1,5 Euro. Im Ort finden wir ein Hotel, nachdem wir mehrere angefragt haben. Bei Booking.com gabˋs nichts zu finden. Wir sind mit der Sauberkeit des Hotels nicht sehr glücklich, aber nehmen es, handeln aber den Preis um 5 Euro herunter. Riverview heißt die Hütte und hat auch einen schönen Blick zu den Flüssen. Allerdings keine AC, so schwitzen wir nachts, da auf dieser Höhe die Temperatur auch Nachts nur auf 25 Grad heruntergeht. Aber das vegetarische Essen in Form von Aloo Gobi und Chapais schmeckt gut und unser Motorrad hat einen guten Platz zu übernachten, gleich vor dem Hotel.    

Tipps: 

Kausani

1. Gandhi Museum mit der entsprechenden Umgebung.

2. Hotel "Uttarakhant"



27.4.19

Karn Prayak - Pauri

Weiter geht es in Richtung Rishikesh. Zwischenstopp soll Srinagar in Uttar Pradesch sein. Die Straße ist wieder mal von massenweise Baustellen unterbrochen. Teils wunderbar am Fluß entlang, zweispurig, dann aber wieder große Steine mitten auf der Straße, Kies und so weiter. Man will die Straße verbreitern, dazu muss man Fels vom Rand herausbrechen und das ist an den Baustellen zu erkennen. Es geht eher eben entlang, so dass wir auch immer in der Hitze fahren und nicht ein wenig Kühle von den Bergan abbekommen. Aber wir erreichen schnell Srinagar. Thea hat allerdings schon die Sonne aufgebrannt, sie ist ziemlich fertig. Srinagar gefällt uns nicht. Zu heiß, zu hektisch, zu stinkend. So kaufen wir, wie täglich Yogurt und Obst und fahren weiter, beschließen sogar nochmal in die Berge nach Pauri zu fahren, auch wenn es ein Umweg ist. Auf Booking.com finden wir eine Fereinwohnung, die super aussieht, auf den Bildern. Wir buchen sie, auch wenn wir nicht glauben können, dass alles so schön ist, wie es erscheint. 

Kurz nach Srinagar noch die obligatorische Pause mit Obst und Müsli. Obst ist in der Regel Banane, Mandarine, manchmal Ananas oder Mango. Nach dem Mittagsschlaf um 14 Uhr geht es bergauf, wunderschön wieder in die Berge. Es wird wieder grün und kühlt ab. Was wollen wir mehr. 

Die Unterkunft finden wir nach etwas Suchen (das lässt sich in Indien nicht vermeiden)  und wir stehen vor verschlossenen Türen. Rüttel, rüttel, haaaaalooooooo, bum bum. Da kommt er doch der Wirt. Spricht zwar kein englisch, aber er gibt uns das beste Zimmer unserer Reise. Ein Traum, mit Blick auf die Stadt. Wir waren hier schon mal und wissen, wo es Bier gibt, Thea findet auf TripAdvisor eine Nobelrestaurant und das Leben ist wunderschön. 

Tipps:

Pauri

1. Unterkunft "Chandruma Cottage".  



28.4.19 Nach Rishikesh

Von Pauri runter an den Fluss ist wieder mal der Traum. Nicht ganz ungefährlich, da es links von uns steil bergab geht und wir daher vorsichtig fahren müssen, aber die Straße ist überwiegend geteert und wenig befahren. So erreichen wir mit vielen wundervollen Ausblicken und genussvoll, die Hauptstraße nach Rishikesh.

Bis Rishikesh sind es noch 3 Stunden, aber die haben es in sich. Wieder mal Baustelle, nach Baustelle und das Ganze bei 35 Grad Hitze. Wir sind fix und fertig, als wir in Rishikesh ankommen. Jedoch schaffen wir es bereits um 15 Uhr da zu sein. So können wir in dem wunderschönen Hostel "Schalom" einchecken und das Motorrad zurück geben. Alles klappt wunderbar. Im Hostel wechselt man uns "ehrlich" Geld und bucht einen Bus für morgen nach Delhi. Das nenne ich Service. Wir finden zu guter Letzt dann auch noch ein Kaffee, in dem es deeeen Superkaffee gibt. Schmeckt wie zuhause, ehrlich. Thea will dann noch die Stadt nach einen guten Tempel erkunden, sie hat schon länger keinen Segen mehr bekommen. Wie werden wir das daheim organisieren????? Das mit dem Hindusegen! Sie badet dann auch noch im Ganges, das muss sein. Auch wenn sie im Nachgang sieht, was da so an Kloake in den Fluss kommt. 

Im Hotel gibt es gutes vegetarisches Abendessen und so können wir unsere Himalaya Motorrad Tour als "Best of", abschließen.  

Tipps:

Rishikesh

1. Hostel "Schalom Backpackers". 

2. Motorräder kann man fast überall günstig mieten. Eine Royal Enfield  350 Bulet soll bei 14 Tagen Gebrauch nicht mehr als 800 bis 900 Rupies pro Tag kosten. Es ist keine Kaution erforderlich. Bei Schäden, die man selbst produziert, übernimmt man selbst die Verantwortung und Kosten. Achtet darauf, dass gute Reisegepäckträger dran sind.   


29.4. Bis 30.4. 

Agra und Taj Mahal

6 Uhr aufstehen, Rucksack packen, TukTuk suchen, Preis verhandeln, Bus nach Dehli finden. Alles hat geklappt, auch wenn es nicht so leicht war den richtigen Bus zu finden. Aufschriften auf den Bussen sind oft nur in Hindi. 

Aber wir sitzen in dem pünktlich abfahrenden Bus mit Klimaanlage und schlafen bald ein. Nach 5 Stunden trifft der Bus pünktlich in Delhi ein. Davor haben wir noch unsere Reisepläne geändert und fahren nun weiter nach Agra, um das Taj Mahal zu besichtigen. Wer weiß wann oder ob wir nochmal nach Indien kommen. Wir haben ein gutes Hostel gefunden. "Max Guest house". Bekommen von Max auch gleich nach der Buchung eine WhatsApp mit der Frage, ob alles in Ordnung sei und wann wir kommen. Des Weiteren empfiehlt er uns mit dem Zug nach Agra zu fahren. Es ist 13 Uhr und nun wird es zeitlich knapp. Wir müssen in aller Eile: Bankomat finden, Geld holen, zur Bahnstation fahren, Zugfahrkarte kaufen un das Ganze bei 40 Grad Hitze. Wir wollen, weil Thea meint es geht schneller mit der Metro zur Bahnstation fahren, werden da allerdings kontrolliert, wie jeder andere auch, nur finden die bei uns "Alkohol". Ja, dieses wohlschmeckende Getränk in Form von Whisky, darf nicht in die U-Bahn. Nachdem ich vorher schon zweimal mein Gepäck in diesen Kontrollkasten, es ist wie auf dem Flughafen, auch wenn wir nur in die Metro gehen, gesteckt habe. Einmal ging der Kasten nicht, dann ging er doch, dann der Alkohol. Ich bin sauer über so viel Engstirnigkeit, so fahren wir Taxi. 

Die Bahnstation, eine völlig überfüllte, kleine Station, in der die Leute auf dem Boden schlafen, es nach Urin stinkt, ein Gedränge ist, als würde man eine Million Rupies geschenkt bekommen. In dieser Station, in der kaum jemand englisch spricht, sollen wir nun ein Ticket nach Agra bekommen. Und ja, wir bekommen auch eins, nur leider "Regular. Will heißen, da wo man nun einen Stehplatz von 0,3qm bekommt, wenn man gut drängeln kann. Ja und wir bekommen diesen Stehplatz auch, weil ein älterer Herr zwei jungen Indern zu verstehen gibt, dass sie uns vor lassen sollen. Nur 3 Stunden stehen, bei 40 Grad mit Rucksack, ohne vor und zurück zu können, also auch nicht pinkeln gehen, bei Uringestank ohne Ende, das kann und will ich nicht. Wir steigen aus und kontaktieren Max. Und der schafft es einen Zug zu buchen, mit Sitzplatz und schickt uns die Fahrkarte per WhatsApp. Leider fährt der Zug von einem anderen Bahnhof. Also raus, Taxi suchen verhandeln, nächster Bahnhof, Zug suchen, warten einsteigen, hinsetzen. Puhh, geschafft. Der Gestank ist zwar immer noch, die Hitze auch, da kein AC, aber wir sitzen und können später auch liegen. Das ist in Indien wunderschön, wenn man den richtigen Zug buchen kann und der nicht übervoll ist. 

So kommen wir um 21 Uhr in Agra an, werden von einem Taxi, das Max organisiert hat abgeholt, können ein schönes, sauberes Zimmer beziehen, duschen und das Abendessen, das wir per WhatsApp bei Max bestellt haben, genießen. Die Krönung! Es gibt dazu kaltes Bier. 

Was für ein Tag!!!! 


30.4.19

Agra - Taj Mahal

Wunderbar geschlafen, auch wenn wir eine Klimaanlage vermisst haben. Leider müssen wir schon um 4.30 Uhr aufstehen, da es empfehlenswert ist, bereits um 5.30 hr zum Taj Mahal zu fahren. Da ist die Temperatur erträglich, nicht so viel los und das Licht zum fotografieren optimal. Der von Max organisierte Taxifahrer wartet schon und wir werden noch darauf hingewiesen folgendes zu befolgen:

Keinen Guide zu nehmen, keinen Rucksack, nur eine kleine Bauchtasche, keine Powerbank, keine Kopfhörer oder andere Elektroartikel, kein Messer, kein Feuerzeug, keine Waffen, kein...... (Siehe Foto).

Das Taj Mahal: 

Zum TM möchte ich auf die allgemeine Literatur verweisen. Da steht, was man wissen muss. Mir selber hat es gefallen, aber letztlich ist es ein großes, schönes Gebäude, wie viele andere auch, so wie in Samarkand die Moscheen und Koranschulen oder in Isfahan oder in Paris der Eifelturm und so weiter. Nach 2 Stunden haben wir alles gesehen und fotografiert, gehen Frühstücken und danach bringt uns unser Taxifahrer noch zum roten Fort. Da ist der übliche Touristenweg. Anschließend geht es wieder zum Hostel. Wir zahlen demTaxifahrer für seine Fahrten und sein Warten 13 Euro, ein guter Preis. Max hat das alles für uns arrangiert. Um 11 sind wir wieder im Hostel und holen den verlorenen Morgenschlaf nach. 

Alles in allem hat uns die Besichtigung von TH und Fort 100 Euro gekostet. Das ist in Ordnung. Der Eintritt alleine kostet ja schon 36 Euro für uns beide. Organisierte Reisen von Delhi zum TM kosten für 2 Personen 250.- Euro. 

Thea schaut sich Nachmittags noch das "Baby TM" und einen schönen Garten, der empfohlen wird, an. So können wir Abends bei einem guten Essen in der Stadt , die Stadt Agra abschießen. Unsere Betreuung durch Max und seinen Freund Mucul ist absolut wundervoll und wir genießen alles in vollen Zügen. Mocul fährt uns zum Essen, er holt uns mit seinem TukTuk ab, er bringt uns am kommenden Tag zum Busbahnhof und erkundigt sich noch nach den richtigen Abfahrtszeiten des Busses. Traumhaft, diese Betreuung.

Kontakt: 

Max Guesthouse  00919837412086 am besten über WhatsApp erreichbar. Reagiert sofort.


Mucul und sein Tuk Tuk
Mucul und sein Tuk Tuk
Max Guesthouse
Max Guesthouse

Mumbai

Nach 2 Stunden Verspätung kommt unser Bus, der uns nach Delhi bringen soll. Zum Glück fährt er gut, so dass wir es schaffen um 15 Uhr in Delhi zu sein. Die Fahrt ist entspannt, der Bus gut klimatisiert. Am Busbahnhof beißt sich Thea noch an einem Taxi fest, da sie nicht Tuk Tuk fahren will der erste Tuk Tuk Fahrer aber behauptet, es gäbe keine Taxis. Mit Hilfe eines Polizisten, der sehr zuvorkommend ist, finden wir das Taxi und wir sind pünktlich am Flughafen und letztlich auch pünktlich und entspannt in Mumbai. Dort wollen wur zu unserem Couchsurfer, der dortige Prepaid Taxifahrer findet aber die Wohnung von Danny unserem Couchsurfer nicht und will noch 100 Rupies fürs Suchen. Thea scheißt ihn zusammen und nach einem Anruf bei Danny finden wir dann hin. Wir schmeißen unser Zeug in unser Zimmer und suchen ein Restaurant. Leider ist 1. Mai und in Mumbai Feiertag und daher das von mir favolisierte Restaurant geschlossen. Also ins Thali Lokal.  Entspicht mit überhaupt nicht. Aber der Hunger ist halt auch noch. Aus meiner Sicht blose Abfertigung. Du bekommst ein großes Teller mit kleinen Schüsseln, die wiederum von den Kellnern, die eine total dreckige Kleidung tragen, befüllt werden. Ich komme mir vor wie in einem Stall. Noch dazu sitzt man nicht gegenüber sondern am Rand, jeder am Rand. Unterhaltung ist unmöglich oder eingeschränkt. Zur Entspannung gönne ich mir Zuhause noch mein aus Rishikesh mitgebrachtes Bier. Was für ein Tag. 

2. Mai in Mumbai mit Besichtigung der Stadt und von Wahrzeichen. 

Wir fahren in die Stadt mit der Bahn. Finden den Bahnhof und nach etwas Suchen auch den Fahrkartenschalter und bekommen sogar eine Fahrkarte für uns zwei. In der Stadt irren wir erstmal bei lautem, stinkenden Verkehr durch stinkende Gassen. In einem Park gibts eine kleine Schlafpause, so machen das alle Inder. Einfach auf den Boden legen und schlafen. Das ist schön, sollte man bei uns auch einführen. Danach Essen in einem Mittelklasselokal. Schmeckt gut, ist vegetarisch und traditionell. Die Kellner sind alle barfuß unterwegs, lustig. Weiter mit der Stadtbesichtigung. Zum Meer, dort das "Gate of India" besichtigen. Ganz lustig, aber übertrieben viel besucht. Wie das Siegestor in München, nur tausendmal mehr Besucher. Meist Mumbaier Bürger, die, als sie uns entdecken alle mit uns fotografiert werden wollen. Das gefällt mir wieder, weil es lustig ist und die Inder auch lustig. Gegenüber ist das Hotel, in dem vor vielen Jahren mal ein Attentat gegangen wurde. Wir gehen weiter, wollen zum Strand. Ist doch weiter als gedacht, also Taxi. Und so geht es weiter. Erschöpft finden wir ein gutes Restaurant mit Bier vom Fass und Fisch. Teuer, aber lecker. Mit Taxi und Bahn kommen wir dann wieder nach Hause und gehen erschöpft zu Bett. 

Letzter Tag in Mumbai. 

Thea möchte noch in den nahen Park, ich nicht. Mir reicht  einer Runde um die Ecke, mal eintauchen. Wir machen meins und genießen noch einmal unter den Menschen zu sein. Kommen sogar in eine christliche Kirche. Mit Ubertaxi kommen wir letztlich, nach einem guten Essen mit Danny, pünktlichst um 22.30 Uhr zum Flughafen, checken ein und sind um 5.30 Uhr in München. Lufthansa ist schon Luxus.