Wandern in den Racha Bergen

15. bis Donnerstag 17.8.
Dienstag 15.8.
In den Racha Bergen
Bei uns zu Hause ist heute Feiertag, Maria Himmelfahrt. Hier in Georgien ist jeder Tag gleich. Die Menschen arbeiten auch an einem Feiertag, Sonntags, immer dann, wenn sie Arbeit haben. Ich liege heute im Bett und kuriere meinen Magen-Darm aus. Nichts essen, nur trinken. Aber es geht mir nicht schlecht. Der Tag besteht aus schlafen und trinken. Thea schaut sich zwei alte Kirchen an und recherchiert für die kommende Woche. Wir wollen mit dem Maschrutka in die Racha Berge, dort ein paar Tage wandern. Fahrrad fahren ist zu weit und zu steil und es ist zu heiß. Zum Glück sind wir beide so flexibel umdenken und umhandeln zu können. Sie findet also heraus, wo das Maschrutka nach Oni geht, wo wir übernachten können und vor Ort suchen wir uns geeignete Wanderstrecken. Den Abend kann ich dann auch schon wieder in der Stadt bei einem guten Essen verbringen. Auf ihrer Fahrt zu den Kirchen lernt Thea noch einen 80 jährigen Taxifahrer kennen, mit dem sie sich russisch unterhalten kann. Ja, hier gibt es so gut wie keine Grundversorgung. Die Leute müssen arbeiten, so lange es geht.
16.8.
Die Fahrt mit dem Maschrutka ist traumhaft. Der Fahrer raucht eine Zigarette nach der anderen, ist aber sehr sicher im Fahren und wir kommen ganz gut voran. Die Stimmung im Bus ist gut, er ist voll, ja über voll. Im Gegensatz zu Zentralasien fährt er pünktlich ab, wir können Sitzplätze reservieren, perfekt. Kann man nur weiterempfehlen. Leiden können wir unser Zelt nicht mitnehmen, da wir nur kleine Rucksäcke dabei haben. Schade, denn zelten in Georgien ist wunderschön. Nach 4 Stunden kommen wir in Oni an und suchen uns erst mal eine Kneipe auf einen Kaffee. Allerdings reizt mich ein Bier, hier gibt es überall Bier vom Zapfhahn. Da die Gläser im Kühlschrank vorgekühlt sind, habe ich auch keine Bedenken gegen Bakterien. Wir essen Lobiani (Teigtaschen mit Bohnenfüllung) und trinken einen Espresso im Nachgang. Dann suchen wir nach unserer vorgebuchten Unterkunft bei einem Künstler. Haben wir im Reiseführer gelesen. Leider weiß der nichts von der Buchung, obwohl die Dame im Reisebüro in Kutaisi bei seinem Sohn angerufen hat. Schade! Auch ein Telefonat in englisch mit seinem Sohn bringt uns nicht weiter. Aufdringlich und stolz zeigt er uns noch sein Anwesen und lädt uns zum essen und auf einen selbstgemachten Wein ein. Essen können wir leider nichts mehr, haben wir erst. Wir wollen dann zu "Ekatarina" unsere zweite Wahl, was ein Ghuesthous anbelangt. Dort ist die Mutter daheim und ein Zimmer ist frei. Leider mit Toilette im Keller. Zum Glück muss ich grad mal nicht k..... . Insgesamt ist es bei Ekatarina auch sehr schön. Vor allem spricht sie deutsch und wir können so, sehr viel von Georgien erfahren. Sie hat deutsch gelernt, als 1991 nach einem Erdbeben drei Jahre lang deutsche Helfer bei ihr einquartiert waren. Wir erfahren von Ekatarina, dass die vielen Geldautomaten, an denen wir kein Geld abheben können, dazu gedacht sind den Georgiern die Gelegenheit zu bieten ihren Strom zu überweisen und die Miete, das Telefon usw. Hier hat nicht jeder Internet im Haus, wie bei uns. Abends bekommen wir von Ekatarina ein gutes Essen und zahlen so für Halbpension nur 100 Lari, das sind ungefähr 35 Euro. Das Leben für uns ist in Georgien billig. In ihrer Laube trinken wir noch georgischen Wein, den wir teuer im Laden gekauft haben. Das ist ein wenig schade, dass der Wein in einem Weinland wie Georgien schwer zu bekommen ist und dann auch noch teuer.
17.8.
Wir fahren nach Uzera,  dem nächst höher gelegenen Dorf. Dort haben wir uns für zwei Tage in einem Air B&B eingemietet, bei Nato. Von Uzera aus kann man gut wandern, so sah es jedenfalls auf der Karte aus, die uns das Fremdenverkehrsamt in Oni zur Verfügung gestellt hat. Mit viel Mühe finden wir unsere neue Unterkunft. Eine Beschriftung gibt es in Georgien nicht. Nach Uzera kommt man auch nur eingeschränkt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wahrscheinlich 1 mal am Tag, mehr haben wir nicht herausgefunden. Aber man kann super trampen. Nach nur 5 Minuten nimmt uns jemand mit und liefert uns in dem 1000 Meter hoch gelegenen Dorf ab. Bei Nato werden wir in einem der drei Häuser, die zu dem Komplex gehören, ganz oben abgeliefert. Wir haben also ein Loft. Die drei Häuser sind alle uralt und schlecht renoviert. Stört uns aber nicht. Das einzige Bad für alle ist ganz unten. Stört uns auch nicht. Bewegung ist ja gesund. Insgesamt kann man sich hier sehr wohl fühlen. Wir haben unsere Ruhe, die anderen Touristen sind Georgier oder es wohnen noch Verwandte hier. Die Halbpension kostet für uns beide 28 Euro am Tag, das geht in Ordnung. Wir werden statt und tauchen ein wenig in die georgischen Ferien ein. Der männliche Hund Lassie begleitet uns Nachmittags sogar bei unserer ersten Wanderung. Wir suchen nach den Wanderrouten, die wir auf der Fremdenverkehrskarte gesehen haben. Leider vergeblich. Der Georgier wandert nicht. Viele gehen bis zu den Mineralquellen im und um den Ort herum, mehr nicht. Bewegung ist ungesund, dafür raucht der Georgier mehr und trinkt morgens oft schon Bier, aber das tun manche Bayern und Thüringer ja auch. Lassie freut sich mal wieder aus seinem Bauernhof herauszukommen und wir freuen uns über seine Begleitung. Das Wasser aus den Quellen schmeckt für uns scheußlich, da es einen schwefeligen Nachgeschmack hat. Die Georgier lieben es und holen es literweise. Bin gespannt welche Wanderwege wir morgen ausfindig machen.