Racha Berge 2

Freitag 18.8.
Infos: Wir befinden uns am Rand des Kaukasus Gebirges, unweit der Grenze zu Russland. Der Ort in dem wir leben heißt Uzera. War früher mal, zu Sowjets Zeiten ein Kurort, da es hier sehr viel Mineralwasserquellen gibt. MIr schmeckt das Wasser allerdings nicht. Bisschen schweflig, enthält aber natürliche Kohlensäure. Ein einfacher Ort. Eine Teerstraße führt durch den Ort in Richtung Kaukasus. Am Ende der Straße haben die Berge schon eine Höhe von 3200m. Wir befinden uns auf 1100m. Die Temperatur ist optimal zum Wandern. Wanderwege sind zum Teil ausgeschildert, bedarf aber noch der Nachbesserung. Es gibt zwei Läden im Ort, in denen man Bier, Schnaps, Süßigkeiten und etwas Grundnahrungsmittel kaufen kann. Der nächst größere Ort ist Oni, 12 km entfernt, dort gibt es fast alles zu kaufen. Unsere Unterkunft kostet 50 Lari die Nacht und ist wunderschön. Leider keine Toilette und Dusche am Zimmer, sonst aber super. Wir wohnen ganz oben in einem dreistöckigen Haus und haben den besten Ausblick in die Berge.
Heute ist eine Wanderung angesagt. Vier Stunden zu einer Kapelle und einem kleinen Dorf. Wir sind nicht zuversichtlich Hinweisschilder zu finden, doch siehe da, es gibt sie. Die Georgier selber sind ja keine großen Wanderer, aber es ist zu sehen, dass sie sich Mühe geben. Die Wanderung gefällt uns. Es geht steil bergauf, so wie wir es lieben, wir sind schließlich im Hochgebirge. Nach nur einmal verlaufen finden wir die Kapelle auch und freuen uns über die Aktivität. Die Kapelle selber wird sicher auch mal aussehen wie eine Kapelle, man arbeitet dran. Die Gegend ist schön, kein Mensch weit und breit, nicht einmal Tiere. Bis auf Lassie, den männlichen Hund unserer Vermieter, er liebt uns und folgt uns auf Schritt und Tritt. Selbst den Rückweg, den wir in einer Schleife, also auf der anderen Seite des Berges gestalten wollten gefällt uns, obgleich wir uns wieder verlaufen und im Wald ein Erdrutsch die Strecke erschwert. Auch regnet es und Thea hat keine Regenkleidung dabei. Dennoch sind wir, inclusive Pause, nach 5 Stunden wieder in unserer Behausung. Unterwegs noch Bier und Snickers einkaufen, wie jeden Tag, dann Kaffee trinken. Die Familie, bei der wir wohnen ist nett und auch die anderen, georgischen Bewohnen gehen langsam auf uns zu.
Info zum Georgier:
Der Georgier, wie wir ihn erleben! Er ist freundlich und hilfsbereit, wittert nicht in jeder Bereitschaft zu helfen Geld. Er ist schüchtern, geht nicht gleich auf dich zu und erzählt Geschichten aus seinem Leben. Er raucht gerne, viele Männer rauchen und er mag Bier, am liebsten aus der 2,5 Liter Flasche. Er fährt alle Wege mit dem Auto, geht nur im Notfall ein paar Meter. Wenn er im Auto warten muss, lässt er den Motor laufen (haben wir oft erlebt). 
Der Aufenthalt in den Racha Bergen beschert uns Ruhe. Wir kommen wieder zum Lesen und Schreiben. So auch heute, der Abend verläuft mit guten Gesprächen mit unsern Mitbewohnern, in englischer Sprache, einem leckeren Borschtsch und Lesen. Ja, sogar zum Gitarre Üben komme ich.  Ein guter Tag. Auch das ist Reisen! Eintauchen in die Welt "der Anderen".